Aufbau eines Digitalen Ökosystems in 4 Phasen

Zur Entwicklung eines digitalen Ökosystems empfiehlt sich ein vierstufiges Vorgehen

Startphase:

Zu Beginn ist die Idee des Ökosystems zu entwickeln. Dabei stellen sich die Fragen nach Themenbereichen, die das Ökosystem abdecken soll, die möglichst viele Kunden ansprechen, und welche Zielgruppen vorrangig ausgewählt werden sollen. Die abgesteckten Themenbereiche sollten vorher unbedingt mit einer ausreichenden Anzahl von Kunden verprobt werden, um die Relevanz der Themen abzustecken. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass das digitale Ökosystem von Anfang an skalierungsfähig aufgebaut wird. Ebenso ist das gewünschte Image des Systems an dieser Stelle zu definieren. Denn dies hat Auswirkung auf die Auswahl der teilnehmenden Akteure und die ausgeprägte Imagebildung in der Expansionsphase.

Elementar für den Initiator ist, dass er bei der Entwicklung und dem späteren Lebenszyklus des Ökosystems immer die Leitung behält. Nur dann kann er die Richtung bestimmen und die größten Vorteile aus dem System ziehen.

Expansionsphase:

Hier werden weitere, möglichst zahlreiche Unternehmen, an das Ökosystem angebunden. Dabei ist die Auswahl der Unternehmen maßgeblich für den Erfolg des Ökosystems. Zu empfehlen ist ein gesunder Mix aus etablierten Unternehmen und Startups.

Die etablierten Unternehmen helfen dem Ökosystem an Relevanz und Reichweite zu gewinnen. Allerdings werden diese Unternehmen dem System nicht beitreten, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Banken können ihre Assets, wie zum Beispiel die Legitimation des Kunden, die Bestätigung der Bonität des Kunden oder in bestimmten Fällen eine Bürgschaft anbieten, da sie diese Auskünfte aus bereits vorhandenen Datensätzen generieren können.

Die hohe Innovationskraft von Startups macht die Einbindung für Banken erstrebenswert. Ein Vorteil für die Startups ergibt sich daraus, dass sie dadurch in kurzer Zeit eine große Reichweite generieren können. Hierdurch können sie ein schnelles Wachstum und einen vergleichsweise hohen Umsatz generieren. Sie profitieren vom bestehenden Kundenstamm und der etablierten Marke, dem Branding der Bank.

Bei straffer, zielorientierter Führung durch den Initiator entsteht eine Wechselwirkung zwischen den Startups und den etablierten Unternehmen. Die etablierten Unternehmen helfen den Startups, Innovationen zur Marktreife zu führen und werden gleichzeitig von den Startups zu eigenen Innovationen angetrieben. Essentiell bei der Einbindung der zahlreichen Unternehmen ist ökosystemübergreifendes Service Design. Nur dann kann der Kunde eine lückenlose Customer Experience durchleben.

Unterstützt werden sollte die Expansion des Ökosystems durch eine umfangreiche Imagekampagne. Hier wird auf dem „Basisimage“ der einzelnen Player aufgesetzt. Dabei ist das in der Startphase definierte Image weiter aufzubauen und über das gesamte Ökosystem zu legen. Eine Gesamtstrategie ist zu entwickeln und diese über das System auszurollen.

Leadershipphase:

In dieser Phase ist es wichtig, dass das Ökosystem eine ausreichend große Relevanz und Reichweite erreicht hat, mit der es aktiv im Markt wahrgenommen wird. Die verschiedenen Player sollten soweit zusammengewachsen sein, dass sie konstruktiv zusammenarbeiten und gemeinsam neue Innovationen schaffen. Durch die enge Zusammenarbeit sind sie schneller in ihren Innovationszyklen und erarbeiten sich Schritt für Schritt die Vorherrschaft im besagten Bereich. Eine wichtige Aufgabe kommt hierbei dem Initiator zu. Er hat dafür zu sorgen, dass sich alle Player des Ökosystems gemeinsam in die gewünschte Richtung entwickeln. Je größer das System wird, desto mehr Führung benötigt es, um eine stringente Entwicklung zu gewährleisten. Ebenso ist eine ständige Überprüfung der Kundenperspektive essentiell. In jeder Entwicklungsphase sind die großen und entscheidenden Schritte mit Zielkunden zu verproben. Eine Möglichkeit ist, die strategische Ausrichtung des Ökosystems mit affinen Zielkunden gemeinsam zu erarbeiten. Denn eine Leadership-Stellung kann nur durch den starken und beständigen Kundensupport erreicht werden.

Um diese Vorherrschaft erhalten zu können, ist das Know-how im Ökosystem zu schützen. Dies kann durch zwei Strategien erfolgen (Vgl. Moore, James F. (1993) Predators and Prey: a new ecology of competition, Harvard Business Review Ausgabe Mai/Juni). Einerseits kann das Know-how des Ökosystems durch defensive Innovationen und Patente geschützt werden. Dies hat sich jedoch nur in wenigen Fällen als erfolgreich herausgestellt. Eine andere Möglichkeit, das Ökosystem zu schützen, ist den Innovationszyklus zu erhöhen. Schnell aufeinanderfolgende Innovationen, die durch die Gemeinschaft des Ökosystems geleistet werden können, bedingen allerdings hohe Vertriebs- und Marketingkosten. Diese hohen Kosten stellen eine natürliche Mobilitätsbarriere für Wettbewerber dar und sorgen für eine weitere Festigung der Vormachtstellung.

Selbsterneuerungsphase:

Hierbei geht es darum, die Relevanz des digitalen Ökosystems zu erhalten und zu stärken. Eine Möglichkeit ist ein permanentes Trendradar. Das Ökosystem an den neuesten Trends auszurichten, macht es besonders interessant für die jüngeren Kunden. Es stärkt ihre Absicht, in dem Ökosystem zu verbleiben. Der immer kürzer werdende Innovationszyklus überrascht die Kunden mit neuen Produkten / Services und stillt Bedürfnisse, die der Kunde erst mit dem Produkt kennenlernt.

Grundsätzlich ist hierbei eine fortlaufende Kommunikation mit den Kunden wichtig, um die Wünsche der eigenen Zielgruppe als Leitlinie zur weiteren Entwicklung zu nutzen. Zudem ist eine außergewöhnliche Customer Experience entscheidend, die sich durch ein fundiertes Service Design erreichen lässt. Ziel sollte es sein, die Kundenbindung und das eigene Image zu stärken.

Kostensenkungspotenziale sind zu identifizieren und zu nutzen. Denkbar ist eine gebündelte Übernahme verschiedener Leistungen durch Mitglieder des Ökosystems (beispielsweise die Übernahme der Zahlungsabwicklung von Verkäufern bankfremder Produkte durch die Bank). Hierdurch können Produkte und Dienstleistungen günstiger angeboten werden, was die Attraktivität des Ökosystems weiter steigert.

Eine erfolgreiche Wettbewerbsstrategie wird zukünftig digitale Ökosysteme erforderlich machen. Durch weitreichende, kundenfokussierte Systeme ist eine Abgrenzung von den direkten Mitbewerbern möglich. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Wettbewerber kontinuierlich zu beobachten, um auf deren Innovationen zeitnah reagieren zu können. Ohne die ständige Selbsterneuerung wird das System an Relevanz verlieren.

Autoren: Stefan Roßbach & Jana Ebner

Beitrag teilen:

Die Ergebnisse unserer „Kraftvoll“-Umfrage sind da!

Die Umfrage wurde anlässlich des 22. PAWLIK Congress zum Thema „Kraftvoll – Die Zukunft gestalten“ vom PINKTUM Institute, einem Unternehmen der PAWLIK Group durchgeführt.

PAWLIK News

Bleibe up-to-date und profitiere von Insiderwissen und Tipps auf unseren Kanälen XING und LinkedIn.

Sie wollen mehr erfahren?

Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit unseren Experten!

PAWLIK Growth Loop

Fünf Leistungsbereiche für rundum positives Wachstum

Wir unterstützen Sie in fünf wesentlichen Feldern: Unsere Experten geben Orientierung, begleiten notwendige Kulturtransformationen, finden die passenden Talente und helfen Mitarbeitenden zu lernen und sich beständig zu verbessern.

Aktuelles

30 Jahre PAWLIK: Warum der Mensch im Zeitalter der KI wichtiger wird als je zuvor
Die PAWLIK Group feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Was 1996 mit einem neunköpfigen Gründungsteam in einem Hamburger Vorort begann, ist heute eine international tätige Unternehmensgruppe mit...
PAWLIK Insights | Auf die Haltung kommt es an: Was der Leistungssport über Führung und Performance lehrt
Die meisten Führungskräfte kennen die gängigen Führungsmodelle in- und auswendig, sie haben Trainings besucht und wissen theoretisch, wie Führung funktioniert. Und doch greifen im entscheidenden...
Führung im Krankenhaus verändert sich grundlegend
Im Gespräch mit Janette Kühl, Geschäftsführerin Hamburg Consultants, und Prof. Dr. Henrik Meyer-Hoeven, PAWLIK Medical Krankenhäuser stehen derzeit unter erheblichem Veränderungsdruck. Krankenhausreform, wirtschaftliche Unsicherheit, Personalmangel...
3. PAWLIK HR Lounge - Impulse, Austausch und Inspiration für Ihre People & Culture Arbeit
Datum: 12. November 2026 von 09:30 bis 14:00 Uhr Ort: PINKTUM, Besenbinderhof 41, 20097 Hamburg Programmablauf: 09:30 Uhr Begrüßung durch Ingo Poggensee 09:35 Uhr Keynote...
KI verändert nicht die Zukunft, sie verändert Ihren Montag.
Die erste Jahreshälfte 2026 hat vielen Organisationen gezeigt: Es geht nicht darum, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie Arbeit, Lernen und Zusammenarbeit verändert. Gerade...
PMI 2026: Integration als neue Führungsaufgabe
Nach einem vorsichtigen Jahr 2025 kommt wieder Bewegung in den Markt für Unternehmenskäufe und -verkäufe. Doch viele Unternehmen kaufen heute nicht mehr nur zu, um...
Languishing: Funktionieren, aber nicht vorankommen
Viele Menschen sind nicht ausgebrannt. Sie sind da, sie liefern, sie halten Termine ein. Dennoch bleibt am Ende vieler Tage ein merkwürdiges Gefühl zurück. Nämlich...
Sales Transformation im B2B: Warum sich kommerzielle Organisationen jetzt grundlegend verändern müssen
Die B2B-Vertriebswelt befindet sich mitten in einem strukturellen Wandel. Während Vertrieb über viele Jahre von Beziehungsmanagement, Überzeugungskraft und linearen Funnels geprägt war, verlangt der heutige...
PAWLIK Insights | KI Transformation auf den Punkt gebracht: in 3 Monaten zur Roadmap
Die meisten Unternehmen haben KI längst ganz weit oben auf der Agenda, aber nur wenige wissen, wo sie wirklich stehen und was als nächstes zu...
Stellen besser besetzen: TÜV NORD Diagnostics und PAWLIK starten Kooperation im Bereich Diagnostik
Neue diagnostische Lösungen helfen Unternehmen, Fehlbesetzungen zu reduzieren und Potenziale gezielter zu entwickeln. TÜV NORD Diagnostics und die Personal- und Organisationsberatung PAWLIK bündeln ihre Kompetenzen...
Warum Transformation Liquidität vernichtet und wie ein Transformation Management Office das verhindert
Einer der größten Hebel, Unternehmenswert zu schaffen, ist die wirksame Umsetzung der Strategie in die Praxis. Leider zeigen Studien von McKinsey und dem Project Management...
Das neue Normal? Gibt es nicht mehr.
Viele Führungsteams erleben aktuell ein ähnliches Spannungsfeld:Während das operative Geschäft immer mehr Aufmerksamkeit verlangt, verändern sich Märkte, Technologien und Wettbewerbsbedingungen schneller als je zuvor. Neue...
Führen in der VUCA-Welt: Sicherheit geben, wenn nichts sicher ist
Die Welt fühlt sich zunehmend unsicher, komplex und widersprüchlich an. Das hat spürbare Folgen für unsere Psyche und unseren Alltag. Fest steht, dass wir belastende...
Alles VUCA, oder was?
Warum wir die Welt nicht so einfach draußen lassen können Inzwischen wenden sich ja schon viele ab: Drei von vier Deutschen vermeiden zumindest gelegentlich bewusst...
Zukunftsfähig durch Lernen
Wie treffen Sie gute Entscheidungen, wenn sich die Rahmenbedingungen ständig verändern?Wie viel Orientierung ist möglich, wenn Klarheit immer nur auf Zeit gilt?Und wie führen Sie...
Wenn das Jahr verschwimmt: Warum jetzt der richtige Moment für Reflexion ist
Zum Jahresende ziehen Tempo und Erwartungen noch einmal spürbar an. Projekte sollen abgeschlossen, Mails beantwortet, Entscheidungen „noch schnell“ getroffen werden. Viele erleben diese Wochen als...
2. PAWLIK HR Lounge - Zukunft gestalten, Talente sichern
Die PAWLIK HR Lounge ist das norddeutsche Austauschformat für HR-Verantwortliche, das Impulse gibt, Perspektiven in der HR-Arbeit erweitert und zum Vernetzen anregt.
PAWLIK Insights: Deutschland am Wendepunkt - Kompetenzen im Zeitalter von KI
Deutschland galt lange als kompetenzstarker Standort – doch eine aktuelle Studie des PINKTUM Institute zeigt: Wir drohen den Anschluss zu verlieren. In der Befragung von 1.515...
Generation Umbruch: Wie KI den Berufseinstieg verändert
Warum junge Talente härter kämpfen müssen Unsere neue Studie „Generation Umbruch – neue Spielregeln für Berufseinsteiger“ zeigt, wie stark Künstliche Intelligenz (KI) den Arbeitsmarkt verschiebt:...
Achtsame Inseln im Arbeitsalltag: Kleine Pausen, große Wirkung
Montagmorgen. Ihr Kalender ist voll, die Woche beginnt mit dem ersten Meeting, Mails laufen schon vor dem Frühstück ein. Von Termin zu Termin, von To-do...

Wir möchten Sie informieren.

“People make it happen” bedeutet für uns, dass wir Ihnen helfen, Ihre Unternehmensziele in Resultate umzusetzen. Wir transformieren Organisationen zu stimmigen Systemen und entwickeln die individuellen Potenziale von Mitarbeitenden. Dabei stützen wir uns auf neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse.

Fünf Prozent unseres Umsatzes investieren wir jährlich, um über das Lernen zu lernen. An unseren Erkenntnissen lassen wir unsere Kunden, Partner und sonstige Interessenten gerne teilhaben.

Wir bitten Sie daher um Erlaubnis, Sie mit aktuellen Informationen zu unseren Themen und Leistungen kontaktieren zu dürfen.

 

Vernetzen Sie sich mit uns!

Bleiben Sie immer auf dem Laufenden: Treten Sie heute unserer Newsletter-Community bei und werden Sie Teil unserer Reise!

Ein Newsletter mit exklusiven Updates und Insider-Tipps.

Kontaktformular

PAWLIK News

Bleibe up-to-date und profitiere von Insiderwissen und Tipps auf unseren Kanälen XING und LinkedIn.

PAWLIK Insights ansehen

25. PAWLIK Congress

UNERSETZBAR. Was bleibt, wenn Maschinen alles können?

Wenn Antworten schneller verfügbar sind als die eigenen Gedanken, müssen wir uns damit beschäftigen, wie das unser Urteilsvermögen beeinflusst. Wenn Informationen und Analysen mit KI für alle verfügbar werden, bekommt Führung eine neue Bedeutung.

Inspirierende Persönlichkeiten, neue Formate und fundierte Handlungsimpulse.
Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.